Das Internet der Dinge

Möglichkeiten jenseits des Hypes

In den letzten Jahren wurde viel über die Themen Internet der Dinge und Industrie 4.0 diskutiert. Diese Technologien haben das Potenzial, unsere Unternehmen und unseren Umgang mit Technologie von Grund auf zu transformieren.

Viele Anwendungsbereiche wie beispielsweise Smart Cities („intelligente Städte“) können anfangs allerdings sehr abstrakt wirken. Deshalb werden die Ideen häufig sehr skeptisch betrachtet und als Träumereien mit geringem Nutzen für den Geschäftsalltag abgetan. Dadurch versperren sich allerdings viele Unternehmen die Chance auf ein beachtliches Wachstumspotenzial.

Betrachtet man das Thema nämlich genauer, lassen sich durchaus ökonomisch sinnvolle Anwendungsfälle erkennen. Einige, hauptsächlich amerikanische, Unternehmen haben bereits begonnen, diese Technologien in ihren Arbeitsalltag einfließen zu lassen und können erste Erfolge verbuchen. Diese Erfolge werden allerdings nur möglich, wenn die jeweilige Implementierung auch strikt auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten ist.

2013 schätzte Cisco, dass allein bis 2023 ca. 19 Billionen US-Dollar an Wert durch Technologien des Internets der Dinge geschaffen wird. Welchen Anteil davon ein Unternehmen für sich beanspruchen kann, hängt davon ab, ob es die Potenziale des Internets der Dinge erkennt und sie in konkrete Wettbewerbsvorteile verwandeln kann.

Erfolgsaussichten durch Internet der Dinge& Industrie 4.0

Was ist das Internet der Dinge?

Das Internet der Dinge beschreibt die Vernetzung von Geräten (Sensoren, Maschinen, Eingabeschnittstellen, etc.) über das Internet. Diese Idee mag vorerst nicht sonderlich bahnbrechend erscheinen, leben wir doch schon in einer stark vernetzten Welt. Die Technologie bietet jedoch viele neue Möglichkeiten um Unternehmen effizienter zu gestalten. Durch die Vernetzung verschiedenster Geräte werden vorher ungeahnte Fluten an Informationen zugänglich. Die Auswertung dieser Informationen und die daraus resultierenden Handlungsalternativen eröffnen einen völlig neuen Grad der Automatisierung.

In diesem Artikel werden zwei verschiedene Varianten des Internets der Dinge unterschieden:

  1. Das Produkt selbst ist ein vernetztes „Ding“. Die meisten Produkte werden ein eigenes Wertversprechen behalten. Ihr Wert wird jedoch durch ihre Vernetzung mit dem Internet gesteigert. Dies trifft beispielsweise auf Smart TVs oder intelligente Kühlschränke zu.
  2. Die Unternehmensprozesse (von der Herstellung bis zum Marketing) werden durch ein unternehmensumfassendes System aus vernetzten Geräten und Informationen verbessert. Dies wird häufig auch als Industrie 4.0 bezeichnet.

Die Vernetzung des Produktes selbst hat meist die Steigerung des Kundennutzens zum Zweck, während sich durch den Ausbau der unternehmensinternen Vernetzung Kosteneinsparungen und erhebliche Effizienzsteigerungen realisieren lassen. In vielen Fällen lassen sich weiterhin Synergien zwischen den beiden Anwendungsbereichen schaffen.

Die Struktur des Internets der Dinge

Die Struktur des Internets der Dinge lässt sich am besten durch eine Analogie zum menschlichen Körper hervorheben. Die Sensoren und Aktoren des Internets der Dinge repräsentieren hierbei unsere Nerven und Muskeln. Diese sind durch das zentrale Nervensystem miteinander verbunden. Im Internet der Dinge stellt das zentrale Nervensystem sicher, dass zeitkritische Reaktionen auf gewisse Ereignisse ohne Verzögerung ausgeführt werden. Um die Fehlerresistenz und Sicherheit des Systems zu gewährleisten, bleibt das Nervensystem des Internets der Dinge auch operationsfähig, wenn temporär keine Verbindung zum Gehirn (also der Cloud) besteht. Bewusste Entscheidungen oder Analysen, die das gesamte System betreffen, finden in der Cloud statt.

Die meisten Unternehmen verwenden bereits Systeme, die sich auf den beiden unteren Ebenen bewegen. Hierzu zählen beispielsweise Maschinen, die sich bei Problemen automatisch abschalten. Im Gleichnis zum Menschen entspricht dies dem instinktiven Zurückziehen der Hand beim Berühren einer heißen Oberfläche.

Die kognitive Ebene verleiht dem System seine Intelligenz und ist ein Merkmal des Internets der Dinge. Die Weitergabe einzelner Informationen an die Cloud erlaubt es, gezielte Analysen im Kontext des gesamten Systems durchzuführen. Dies ermöglicht, ähnlich wie beim menschlichen Gehirn, eine zielgerichtete Orchestrierung der einzelnen Dinge, sowie Reaktionen auf gewisse Ereignisse. Das kann, je nach Bedarf, automatisiert oder durch den Eingriff eines Benutzers geschehen.

Dadurch werden die einzelnen Dinge davon entbunden, ihre eigene Rolle im Geschäftsprozess zu kennen. Dies ähnelt zum Beispiel der Bewegung des menschlichen Arms, der selbst bei den komplexesten Abläufen kein Bewusstsein über seine Bewegungen benötigt. Durch dieses Prinzip lässt sich das System schnell und effizient um neue Maschinen oder sonstige Aktoren erweitern, ohne bestehende Komponenten zu beeinträchtigen. Skalierung ist somit von Anfang an eingeplant.

Da sich die Implementierungen und die Nutzen eines solchen Systems je nach Branche stark unterscheiden können, haben wir sie in die folgenden Kategorien unterteilt.

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